Ängste - Gut zu wissen!

Wann ist Angst eigentlich Angst?

Die allermeisten sind bestens mit dem unangenehmen Gefühl Angst vertraut. Beim Reiten, Longieren oder in der Box, plötzlich ist es da. Es scheint aus dem Nichts zu kommen, irgendwo tief im Innern zu entstehen und sich von dort aus auszubreiten. Druck baut sich im Bauchraum auf. Das Herz schlägt hektischer und man atmet schneller. Die Hände werden feucht, man beginnt zu schwitzen. Dieser Reaktionskette kann sich bis zur Panik steigern.

Und man hat das Gefühl NICHTS dagegen tun zu können.

Egal ob Angst angeboren oder erlernt ist, ihre natürliche Aufgabe ist es den Menschen zu beschützen. Mit den oben beschriebenen Symptomen versetzt die Angst den Körper in einen Alarmzustand damit dieser angemessen auf eine bedrohliche Situation reagieren kann. 

Angst trägt also dazu bei, dass man vorsichtig ist, auch im Umgang mit Pferden. Denn Reitsport, das darf man nicht ignorieren, ist potentiell gefährlich. Selbst ein einfacher Sturz kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen.

Angst ist ein Begleiter und Wächter. Es ist gut ihn zu haben.

Leider hat Angst aber oft die unangenehme Eigenschaft sich immer weiter auszubreiten. Je nach Angstsituation lässt sich das ganz gut umgehen. Dann reitet man zum Beispiel nicht mehr im Gelände, sondern nur noch in der Halle oder auf der Bahn. Aber wenn die Angst einen soweit einschränkt, dass man nicht mehr das tun kann was man eigentlich doch möchte wird es Zeit etwas zu unternehmen.   

Angst ist Angst, die behandelt werden sollte wenn Sie uns von etwas abhält was wir gerne tun würden.

Ursachen für Ängste im Reitsport

Es sind nicht nur traumatische Erlebnisse, die einen verunsichern und in einer Angst münden können. Es braucht nicht unbedingt eine Gehirnerschütterung oder ein gebrochenes Bein zu sein, um Angst zu haben. Abhängig von der eigenen Persönlichkeit können z.B. auch zunehmendes Verantwortungsgefühl oder überzogene Leistungsansprüche zu Ängsten führen. Und manchmal.....ist die Angst auch einfach da. Man weiß nicht wo sie plötzlich herkommt. Sie ist einfach da, und das ist der entscheidene Grund für eine Angsttherapie. Hier ein paar Beispiele für Angstsursachen:

  • 500 Kg oder mehr "Lebendgewicht", das mehr oder weniger eigenwillig eigene Ziele verfolgt.
  • Die Angst sich vor Anderen zu blamieren. 
  • Es fehlt an wichtigem Wissen über das Pferd - Wann macht ein Pferd was und warum tut es das?
  • Natürlich gehören Abwürfe, Stürze und andere Unfälle auch zu den Ursachen. - Angst vor Verletzungen.
  • Wir sind den natürlichen Umgang mit Pferden nicht mehr gewohnt.

Angst: Kurz und knapp in Stichpunkten

  • Eine erlernte Angst z. B. vor Stürzen kann auch wieder "verlernt" werden.
  • Angst stört Lern- und Bewegungsprozesse.
  • Weniger Stress bedeutet weniger Angstanfälligkeit.
  • Angst lässt sich durch "gutes Zureden" so gut wie nie überwinden.
  • Stress steigert sich zur Furcht, wird dann zur Angst und kann zur Panik eskalieren.
  • Ängste haben eine starke Tendenz sich auszubreiten und zu chronifizieren.
  • Die Ursache einer Angst zu kennen bedeutet nicht automatisch sie auch im Griff zu haben.   

Irrtümer des Reitsports

"... daß vom Pferd fallen muß, wer Reiten lernen will."

"Wer Angst hat herunter zu Fallen ist kein richtiger Reiter."

"...daß wer nicht "Dressur" oder "Springen" reitet sich nur durch die Gegend tragen lässt."